Meine Faszination – Meine Motivation

Wie ist meine Faszination für das Thema Rhetorik und Public Speaking überhaupt entstanden und warum war ich von Anfang an immer erfolgreicher in diesem Thema als die Meisten? Diese Fragen versuche ich im folgenden Text zu beantworten.

Sommer 2011, ich sitze im Schulzimmer der Handelsschule HKV in Schaffhausen. Wie meistens im hinteren drittel des Klassenraums. Grundsätzlich habe ich mich auf den heutigen Nachmittag gefreut, denn es stehen wieder Vorträge von ein paar Schülerinnen und Schülern auf dem Programm zu den unterschiedlichsten Themen. Doch die Freude über Vorträge von meinen Kameraden ist meistens auch mit einer gewissen Anstrengung verbunden. Bei manchen kann das Zuhören nämlich echt anstrengend und langweilig sein.

Die erste Schülerin ist dran, Stefanie. Steffi startet Power Point und stellt sich vor die Klassen. Ihre Hände umklammern die A6 Karteikarten mit ihren Notizen drauf. Der Beamer, der ihre Silhouette auf die Leinwand wirft lässt alle das Zittern ihres ganzen Körpers erkennen. Sie startet mit ihren ersten Worten: „Ich begrüsse euch herzlich zu meinem Vortrag“. Ihre Stimme zittern und überschlägt sich zeitweise. Ich kriege je länge je mehr Mitleid mit Steffi – eigentlich ist sie ja immer total selbstbewusst und manchmal auch etwas vorlaut – sobald sie aber vor der Klasse steht ist dieses Selbstbewusstsein wie weggeblasen.

Es ist unfassbar anstrengend ihr zuzuhören und ihren Worten zu folgen. Die Power Point Folien sind überladen mit Bildern und Texten und erschweren das Zuhören noch ganz. Nach 15 Minuten ist Steffi endlich fertig und sichtlich erleichtert setzt sie sich wieder an ihren Platz.

Solche Vorträge habe ich im Laufe dieser Ausbildung noch und nöcher gesehen. Während aber die meisten in diesen Situationen in ihren Stühlen versunken sind um sich das Fremdschämen nicht anmerken zu lassen habe ich mir jedes mal zwei Frage gestellt:

  1. Warum höre ich gerade nicht gerne zu?
  2. Wie könnte man es besser machen?

Je länger je mehr haben mich diese Fragen einfach fasziniert. Irgendwann wurden diese Fragen ergänzt durch: Wann hören Menschen zu? Wie schaffe ich Aufmerksamkeit?

Unbewusst haben diese Fragen dazu geführt, dass ich in diesem Thema, vor Menschen zu sprechen, eine sehr schnelle und sehr intensive Lernkurve entwickelte. Diese Lernkurve gekoppelt an den Anspruch an mich selbst anders sein zu wollen als die grosse Mehrheit bewirkte ein Talent für Public Speaking.

Schon bald erlangte ich in der Klasse sowie bei den Lehrpersonen einen gewissen Ruf. Ich war der mit den Top Vorträgen. Wie ich dazu kam ist ziemlich einfach:

  1. Ich habe mehr Zeit in die Vorbereitung meiner Vorträge investiert als alle anderen
  2. Ich habe aus meinem Vortrag ein Erlebnis für die Klasse gemacht
  3. Ich habe mit neuen Medien begonnen zu experimentieren wie Soundeffekte, Filme oder animierte Bilder

Durch diese Punkte erfuhr ich wie das Gefühl ist, wenn eine Gruppe Menschen gebannt jedem deiner Worte folgen und das was du sagst wirklich aufnehmen. Tatsächlich und was mich immer wieder selbst unglaublich überrascht, erinnern sich Klassenkameraden und Lehrer bis heute an gewisse Vorträge von mir.

Diese Erfahrung legte für mich den Grundstein selbst vor Menschen sprechen zu wollen – diese Passion wurde auch von meinen späteren Arbeitgebern erkannte und ich durfte schon früh vor vielen Menschen sprechen.

Falls dich diese Erfahrungen ebenfalls interessieren findest du hier den weiterführenden Text

Die Erfahrung, die ich damals in dieser Ausbildung gemacht habe, motivierte mich auch dazu weiter zu denken, mich weiter ausbilden zu lassen und förderte den Wunsch, dieses Wissen weiterzugeben. Meine ganz Persönliche Vision: Nie wieder gelangweilte Zuhörer!

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