Wie du Aufmerksamkeit gewinnst

Du bist soeben in den Zug eingestiegen und setzt dich in ein Abteil. Wie lange dauert es, bis du dein Handy hervor nimmst?

Also bei mir sind es keine 30 Sekunden bis ich anfange Mails anzuschauen, Social Media zu checken oder mal auf den News Portalen surfe. Durch das ständige erreichbar sein, befinden wir uns in einer permanenten Beschallung. Dies möchte ich nicht werten ob dies gut oder schlecht ist – schlussendlich ist es einfach Fakt.

Doch was für eine Auswirkung hat diese Ablenkung? Ich glaube sie geht mit einem Verlust der Aufmerksamkeitsspanne einher. Immer häufiger beobachte ich bei Vorträgen ja sogar bei Meetings, dass wenn es langweilig ist einfach mal das Handy oder Tablet gezückt wird.

Eigentlich haben wir unbewusst einen Gradmesser für Langeweile geschaffen. Je mehr Menschen man mit dem Handy in der Hand im Publikum sitzen sieht desto langweiliger ist der Speech oder eben das Meeting.

Um es auf den Punkt zu bringen: Wir müssen heute mehr leisten um die Aufmerksamkeit eines Publikums zu gewinnen und zu halten. Darum müssen diese 0815 Zahlen Daten Fakten Vorträge ausssterben, weil diese zu einem sofortigen Verlust der Aufmerksamkeit führen.

Wir leben in einer unterhaltungsstarken Zeit also muss auch ein Speech unterhalten – er soll zum Erlebnis werden. Dies erreichen wir durch folgende Punkte:

  • 100% Energie des Sprechers
  • Emotionen zeigen
  • Mit Geschichten arbeiten
  • Publikum integrieren
  • Bewegung, Gestik und Mimik müssen stimmen
  • Richtiger Einsatz von Präsentationshilfsmittel

Es scheint viel zu sein aber alle hängen miteinander zusammen und lassen sich auf eine einzige Regel zurück führen – den Beitrag dazu findest du hier.

Weiteres zum Thema Aufmerksamkeit und wie diese zu gewinnen ist erfährst du im Video:

Die eine wichtige Regel

Wenn man sich eingehender mit Rhetorik und dem Sprechen vor Menschen beschäftigt stösst man schnell auf unzählig Regeln, die man beachten sollte. Viele dieser Regeln sehe ich persönlich als ziemlich überflüssig und verwirrend an aber es gibt für mich eine Regel, die über allem steht und wenn man diese berücksichtigt automatisch schon unglaublich viel richtig macht.

Es geht immer um das Publikum – nie um den Sprecher

Als ein Dozent von mir, diese Regeln als die Essenz des Public Speakings vorstellte wusste ich nicht genau, wie ich diese zu interpretieren habe. Es ging seine Zeit bis ich verstanden habe was er damit mein. Ich möchte versuchen, das kurz zu erklären.

Es geht darum, dass es der Sprecher dem Publikum möglichst einfach machen soll etwas zu lernen und nicht, dass es der Sprecher möglichst einfach auf der Bühne hat.

Ein paar Beispiele:
Der Sprecher hat seinen kompletten Text auf der PowerPoint Präsentation abgebildet: Somit dient die Präsentation nicht als Hilfsmittel für das Publikum zu lernen sondern als persönlicher Sprickzettel des Referenten.

Der Sprecher steht hinter einem Podium: Das Publikum sieht lediglich 25% des Redners, wichtige rhetorische Komponente wie Gestik und Körperhaltung gehen verloren. Zusätzlich schafft das Podium eine Distanz zwischen Redner und Publikum. Somit hat es sich der Redner einfach gemacht und schwer für das Publikum.

Ein Redner steht vor den Menschen und zeigt Emotionen: Auf der Bühne zu stehen und den Menschen seine Emotionen zu zeigen und sie daran teilhaben zu lassen, ist unfassbar anstrengend. Aber es führt dazu, dass das Publikum sich Dinge aus dem Speech merken kann. Dann geht es um das Publikum und nicht um den Sprecher.

Ich habe diese Regel ebenfalls versucht in diesem Video zu erläutern. Viel Spass!

 

Wie spannend waren deine Dozenten?

Habe mir mal den Spass gemacht und ein paar ehemalige sowie aktive Studenten aus meinem Umfeld gefragt wie viele ihrer Dozenten eigentlich wirklich spannend waren. Sprich bei welchen Dozenten hat dich der Unterricht mitgerissen und dich animiert. Die Antworten waren recht ernüchternd. Der durchschnittliche Wert betrug 2 von 10 Dozenten waren spannend. Interessanterweise waren auch jene 2 bei denen die jeweiligen Studenten auch am meisten gelernt haben nach eigener Aussage.

2 von 10?

Ich weiss nicht wie es dir geht aber ich finde das ziemlich wenig wenn wir bedenken, dass wir Jahre unseres Lebens für ein Studium oder eine Schule aufwenden. Wir bezahlen mit unserer Aufmerksamkeit und nicht selten ziemlich viel Geld dafür, dass wir einfach physisch anwesend sein müssen. Den Stoff zuhause sowieso nochmals komplett repetieren müssen um uns die Chance auf eine gute Note zu erarbeiten.

Für mich geht hier eine ganz wichtig Grundlage des Lernens verloren und zwar dass langfristiges Lernen nur über Emotionen möglich ist. Habe ich aber einen Dozenten der mir Zahlen, Daten und Fakten um die Ohren haut und dies noch in einer möglichst distanzierten und kühlen Art, wird das Wissen nicht lange im Hirn bestehen können.

Weiteres zum Thema findest du im Video.

 

 

Tatsächlich ist unser Hirn darauf ausgelegt über Emotionen zu lernen. Verantwortlich dafür ist das limbische System.
Falls dich das interessiert geht es hier zum Video.

Überwinde die Angst vor Menschen zu sprechen

Du trittst vor eine Gruppe von Menschen, alle starren dich an und warten darauf, dass du beginnst zu sprechen. Du merkst wie dir das Blut in den Kopf steigt und dir total heiss wird. Deine schweissnassen Hände klammern sich am Notizzettel fest und dein Urinstinkt der Flucht schaltet sich ein – jetzt am liebsten einfach durch die nächste Tür raus!

Kennst du das Gefühlt? Ja, ich auch.

Tatsächlich bin ich überzeugt, dass jeder dieses Gefühl kennt. Doch woher kommt diese Angst? Woher kommt diese panische Angst einen Fehler zu machen wenn man vor Menschen spricht. Wieso glauben wir, dass wenn wir einen Fehler machen mit dem Finger auf uns gezeigt wird und wir ausgelacht werden? Genau diesen Fragen widme ich mich in diesem Video.

Eines möchte ich dir an dieser Stelle gerne mit auf den Weg geben. Weisst du was der einzige Unterschied ist zwischen einem guten Sprecher und einem durchschnittlichen Sprecher? Der gute Sprecher hat seine Angst abgelegt Fehler zu machen! Erst Fehler, wen du vor Menschen sprichst, geben dir Profil und lassen dich als ganzen Menschen mit Stärken und Schwächen erscheinen. Mal einen Versprecher, den Faden verlieren und das eine oder andere «ähm» sind doch völlig normal. Lasse den Glaubenssatz zu, dass dich erst Fehler zu einem guten Sprecher machen und du wirst um einiges entspannter vor Menschen sprechen!

 

4 mögliche Einstiege in einen Speech

«Sehr geehrte Damen und Herren, Meine Name ist Professor Doktor Müller und ich begrüsse Sie ganz herzlich zu meinem heutigen Referat: Das Blühverhalten unserer Gänseblumen»

…und genau in diesem Moment hat mein Hirn auf Stand-By geschaltet und ich höre die nächsten 40 Minuten das Meer rauschen.

75% aller Vorträge, die ich und du wahrscheinlich auch höre beginnen genau so. Es gibt tatsächlich Anlässe wo formhalber auf eine gewisse Art und Weise begonnen werden muss aber in den meisten Fällen haben wir doch absolut künstlerische Freiheit wie wir in einen Speech einsteigen.

Die ersten Sekunden, die ersten Worte entscheiden nämlich darüber ob uns ein Publikum die nächsten Minuten zuhört oder ob sie gleich zu Beginn in ihren Stand-By Modus schalten. Es gibt ganz einfache Wege ein Referat zu beginnen, wo gleich Spannung und Wirkung erzeugt wird und so die Aufmerksamkeit des Publikums gebündelt wird.

Vier dieser Strategien stelle ich dir im Video vor. Alle dieser Strategien habe ich natürlich schon selbst ausprobiert und haben ihre Wirkung gezeigt!