Wie spannend waren deine Dozenten?

Habe mir mal den Spass gemacht und ein paar ehemalige sowie aktive Studenten aus meinem Umfeld gefragt wie viele ihrer Dozenten eigentlich wirklich spannend waren. Sprich bei welchen Dozenten hat dich der Unterricht mitgerissen und dich animiert. Die Antworten waren recht ernüchternd. Der durchschnittliche Wert betrug 2 von 10 Dozenten waren spannend. Interessanterweise waren auch jene 2 bei denen die jeweiligen Studenten auch am meisten gelernt haben nach eigener Aussage.

2 von 10?

Ich weiss nicht wie es dir geht aber ich finde das ziemlich wenig wenn wir bedenken, dass wir Jahre unseres Lebens für ein Studium oder eine Schule aufwenden. Wir bezahlen mit unserer Aufmerksamkeit und nicht selten ziemlich viel Geld dafür, dass wir einfach physisch anwesend sein müssen. Den Stoff zuhause sowieso nochmals komplett repetieren müssen um uns die Chance auf eine gute Note zu erarbeiten.

Für mich geht hier eine ganz wichtig Grundlage des Lernens verloren und zwar dass langfristiges Lernen nur über Emotionen möglich ist. Habe ich aber einen Dozenten der mir Zahlen, Daten und Fakten um die Ohren haut und dies noch in einer möglichst distanzierten und kühlen Art, wird das Wissen nicht lange im Hirn bestehen können.

Weiteres zum Thema findest du im Video.

 

 

Tatsächlich ist unser Hirn darauf ausgelegt über Emotionen zu lernen. Verantwortlich dafür ist das limbische System.
Falls dich das interessiert geht es hier zum Video.

Überwinde die Angst vor Menschen zu sprechen

Du trittst vor eine Gruppe von Menschen, alle starren dich an und warten darauf, dass du beginnst zu sprechen. Du merkst wie dir das Blut in den Kopf steigt und dir total heiss wird. Deine schweissnassen Hände klammern sich am Notizzettel fest und dein Urinstinkt der Flucht schaltet sich ein – jetzt am liebsten einfach durch die nächste Tür raus!

Kennst du das Gefühlt? Ja, ich auch.

Tatsächlich bin ich überzeugt, dass jeder dieses Gefühl kennt. Doch woher kommt diese Angst? Woher kommt diese panische Angst einen Fehler zu machen wenn man vor Menschen spricht. Wieso glauben wir, dass wenn wir einen Fehler machen mit dem Finger auf uns gezeigt wird und wir ausgelacht werden? Genau diesen Fragen widme ich mich in diesem Video.

Eines möchte ich dir an dieser Stelle gerne mit auf den Weg geben. Weisst du was der einzige Unterschied ist zwischen einem guten Sprecher und einem durchschnittlichen Sprecher? Der gute Sprecher hat seine Angst abgelegt Fehler zu machen! Erst Fehler, wen du vor Menschen sprichst, geben dir Profil und lassen dich als ganzen Menschen mit Stärken und Schwächen erscheinen. Mal einen Versprecher, den Faden verlieren und das eine oder andere «ähm» sind doch völlig normal. Lasse den Glaubenssatz zu, dass dich erst Fehler zu einem guten Sprecher machen und du wirst um einiges entspannter vor Menschen sprechen!

 

4 mögliche Einstiege in einen Speech

«Sehr geehrte Damen und Herren, Meine Name ist Professor Doktor Müller und ich begrüsse Sie ganz herzlich zu meinem heutigen Referat: Das Blühverhalten unserer Gänseblumen»

…und genau in diesem Moment hat mein Hirn auf Stand-By geschaltet und ich höre die nächsten 40 Minuten das Meer rauschen.

75% aller Vorträge, die ich und du wahrscheinlich auch höre beginnen genau so. Es gibt tatsächlich Anlässe wo formhalber auf eine gewisse Art und Weise begonnen werden muss aber in den meisten Fällen haben wir doch absolut künstlerische Freiheit wie wir in einen Speech einsteigen.

Die ersten Sekunden, die ersten Worte entscheiden nämlich darüber ob uns ein Publikum die nächsten Minuten zuhört oder ob sie gleich zu Beginn in ihren Stand-By Modus schalten. Es gibt ganz einfache Wege ein Referat zu beginnen, wo gleich Spannung und Wirkung erzeugt wird und so die Aufmerksamkeit des Publikums gebündelt wird.

Vier dieser Strategien stelle ich dir im Video vor. Alle dieser Strategien habe ich natürlich schon selbst ausprobiert und haben ihre Wirkung gezeigt!

 

Sprecherpodium abschaffen!

In der Politik Standard, an offiziellen Anlässen viel gesehen und sogar bei Firmen ab und zu vorhanden – Das Podium.

Obwohl dieses Möbel in der Rhetorik immer noch weit verbreitet ist und viel eingesetzt wird, ist es wohl eines der grössten Killer der rhetorischen Kraft. Man muss sich nur mal vorstellen wie viel verloren geht, dadurch dass bis zu 3/4 des Körpers ganz einfach verdeckt wird. Das heisst Dinge wie Körpersprache und Gestik werden durch ein Möbelstück eliminiert. Doch bekanntlich sind es genau Dinge wie eben Mimik und Gestik, die einem Speech Farbe und Gestalt verleihen.

Ebenso lädt das Rednerpult ganz einfach dazu ein seine Notizen vor sich liegen zu haben und anstatt eines Speeches eine Buchlesung zu veranstalten. Mir ist durchaus bewusst, dass ein Rednerpult speziell für Personen, die nicht so gerne vor Menschen sprechen sehr einladend ist, da man sich etwas aus dem Fokus des Publikums nehmen kann. Aber das Ziel sollte doch sein, dass das Publikum die Botschaft des Sprechers mitnehmen kann und nicht, dass sich der Sprecher möglichst wohl fühlt auf der Bühne. Oder bin ich da falsch?

Zusammengefasst: Meiner Meinung nach hat ein Podium in keinem Szenario einen Mehrwert für eine Rede – mehr dazu im Video